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URHEBERRECHT

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Urheberrecht...

... ist das Recht zum Schutz der Urheber von Werken auf dem Gebiet der Literatur, Wissenschaft und Kunst (Urheberrechtsgesetz in der Fassung vom 10.09.2003).

 

Dieses Recht erlischt 70 Jahre nach dem Tod des Urhebers, d.h. sein Werk ist dann für alle Nutzungsarten freigegeben (Gemeinfreiheit nach Ablauf der Schutzfrist), § 64 UrhG.

 

Dieses Recht ist die Grundlage für Bibliotheken und für alle Nutzerinnen und Nutzer von Werken auf dem Gebiet der Literatur, Wissenschaft und Kunst, wenn es um Fragen der Vervielfältigung auf beliebigen Trägern geht.

Eine besonders häufige Form der Vervielfältigung von Bibliotheksmaterialien ist das Kopieren.

 

 

Nehmen wir an, Sie suchen Literatur zum Thema „Kommunikation via Internet“ oder, englisch ausgedrückt „computer-mediated communication“. Bei einer Suche in der Bibliothek finden Sie diesen Titel:

Beispiel

Fischer, Oliver:
Computervermittelte Kommunikation : Theorien und organisationsbezogene Anwendungen / Oliver Fischer. - Lengerich [u.a.], Pabst. - 2005

 

Dieses Buch ist relativ neu. Die Schutzfrist von 70 Jahren ist noch nicht abgelaufen. Es darf nur zum privaten Gebrauch eines Nutzers, d.h. zum eigenen, nicht beruflichen Gebrauch durch eine natürliche Person (der Familien- und Freundeskreis ist eingeschlossen), kopiert werden, wenn die Nutzung weder unmittelbar noch mittelbar Erwerbszwecken dient.

Das Werk darf jedoch ohne Zustimmung des Rechtsinhabers nicht vollständig kopiert werden.

 

 

Ohne Zustimmung des Rechteinhabers darf nicht kopiert werden:
  • Vollständige Bücher und Zeitschriften, auch wenn es sich „nur“ um eine im wesentlichen vollständige Vervielfältigung handelt, z.B. durch Weglassen von für den Inhalt des Buches unwesentlichen Teilen, wie etwa Inhaltsverzeichnis, Register oder kurze Anhänge, und
  • Musiknoten, § 53 Abs. 4 UrhG

 

Ausnahmen: Die Vervielfältigung erfolgt durch Abschreiben, oder es handelt sich um ein gemeinfreies Werk (intern) oder um ein seit mindestens zwei Jahren vergriffenes Werk und die Kopie ist zum eigenen Gebrauch (intern) bestimmt.

 

 

Das gilt auch für den folgenden interessanten Titel, den Sie gefunden haben:

Beispiel

Knaack, Peter:
Die soziale Dimension der Internet-Kommunikation / Peter Knaack. - Frankfurt a.M. [u.a.], Hänsel-Höhenhausen. - 2005
Elektronische Ressourcen

 

Computerprogramme oder komplette elektronische Datenbanken dürfen ebenfalls ohne Zustimmung des Rechtsinhabers nicht vervielfältigt werden. (Umkehrschluss aus § 87 c UrhG)

Vervielfältigungen sind jedoch auch möglich, und zwar in der Regel immer dann, wenn es sich nur um Teile von Werken oder Datenbanken handelt. Außerdem muss der Zweck der Vervielfältigung der eigene wissenschaftliche Gebrauch sein. Die Vervielfältigung darf nicht zu Erwerbszwecken erfolgen.

 

Die genauen Bestimmungen sind im Einzelnen:

Gem. § 87c UrhG ist ohne Zustimmung des Rechteinhabers zulässig:

a) Die Vervielfältigung eines wesentlichen Teils einer Datenbank zum eigenen wissenschaftlichen Gebrauch, wenn und soweit die Vervielfältigung zu diesem Zweck geboten ist und der wissenschaftliche Gebrauch nicht zu Erwerbszwecken erfolgt, sowie für den nicht Erwerbszwecken dienenden Gebrauch im Unterricht,

b) die Vervielfältigung eines wesentlichen Teils einer nicht-elektronischen Datenbank zum privaten Gebrauch (Begriffsbestimmung s.u.),

c) die Vervielfältigung eines unwesentlichen Teils einer elektronischen Datenbank zum privaten Gebrauch, wenn und soweit das Einzelelement nicht geeignet ist, die Systematik oder die methodische Anordnung des Werkes wiederzugeben: zulässig z.B. das Kopieren eines Aufsatzes aus einem Zeitschriften-Datenbankwerk (sog. e-journals ).

 

Gem. § 45a UrhG ist ohne Zustimmung des Rechteinhabers zulässig:
... die keinem Erwerbszweck dienende Vervielfältigung eines Werkes für und deren Verbreitung ausschließlich an Behinderte, wenn ihnen der Zugang zu einem bestimmten Werk auf Grund ihrer Behinderung nicht möglich oder erheblich erschwert ist.

 

Gem. § 53 Abs.1-3 UrhG sind ohne Zustimmung des Rechteinhabers einzelne Vervielfältigungen eines Werkes auf beliebigen Trägern zulässig:
  1. zum privaten Gebrauch des Nutzers, d.h. zum eigenen, nicht beruflichen Gebrauch durch eine natürliche Person (der Familien- und Freundeskreis ist eingeschlossen), wenn die Nutzung weder unmittelbar noch mittelbar Erwerbszwecken dient, (Ausnahme: vollständige Werke, s.o.),
  2. zum eigenen wissenschaftlichen Gebrauch des Nutzers, wenn dieVervielfältigung zu diesem Zweck geboten ist, (Ausnahme: vollständige Werke, s.o.),
  3. zum sonstigen eigenen Gebrauch des Nutzers, allerdings auf analoge Nutzung   (Papierausdruck, Lesen) beschränkt,
    • wenn es sich um kleine Teile eines Werkes oder um einzelne Beiträge aus Zeitschriften oder Zeitungen handelt,
    • wenn es sich um ein seit mindestens zwei Jahren vergriffenes Werk handelt (in diesem Fall auch vollständig),
  4. für den eigenen Unterrichts- und Prüfungsgebrauch, wenn es sich um Werke geringen Umfangs, um kleine Teile eines Werkes oder um einzelne Beiträge aus Zeitschriften oder Zeitungen handelt und die Vervielfältigung zu diesem Zweck geboten ist.

Der eigene Gebrauch (Fall b-d) kann anders als der private Gebrauch auch zu beruflichen oder erwerbswirtschaftlichen Zwecken erfolgen; sonstigen eigenen Gebrauch (Fall c) können auch juristische Personen vornehmen.

 

Für Bibliotheken besonders wichtig sind die Verpflichtungen, die sie beim Kauf von lizenzierten Werken eingehen. Darunter fallen z.B. elektronische Datenbanken, e-Journals und e-Books.

Hier gilt:
Werke, die den Bibliotheken auf der Grundlage eines Lizenz-/Nutzungsvertrages überlassen werden, dürfen den Nutzern nur vertragsgemäß zur Verfügung gestellt werden, d.h. die Werke können Beschränkungen für bestimmte Nutzungsarten unterliegen; das gilt auch für lizenzierte Online-Publikationen. So dürfen z.B. für die Fernleihe Kopien von einzelnen Aufsätzen aus lizenzierten Online-Datenbanken nicht hergestellt werden.

 


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