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RUB » Bibliotheksportal » Gelehrtenbibliotheken in der Universitätsbibliothek

Bedeutende Privatbibliotheken im Bestand der Universitätsbibliothek

Paul Ernst (1866-1933)

Der Dichter Paul Ernst sammelte systematisch und auch unter bibliophilen Gesichtspunkten Bücher, am intensivsten bis zum 1. Weltkrieg. Seine Bibliothek umfasste bei seinem Tod etwa 7000 Bände, wovon etwa 1000 Bände Rezensions- und Widmungsexemplare sind, die er zwischen 1918 und 1933 erhielt.

Die Bibliothek blieb im Familienbesitz, bis sie 1962 für die Universitätsbibliothek erworben wurde. Mit der Familie wurde vertraglich vereinbart, dass die Sammlung unter dem Namen "Bibliothek Ernst" in der überlieferten Aufstellung als besonders geschützte Bestandsgruppe in der Bibliothek aufgestellt wird.

Ernst sammelte Primärquellen, jedoch keine kommentierenden oder analysierenden Arbeiten. Die Schwerpunkte der Sammlung:

Deutsche Literatur (1543 Titel)

  • 16. bis frühes 20. Jahrhundert
  • Repräsentative Auswahl, für die Romantik wurde Vollständigkeit angestrebt.
  • Sehr viele Erstausgaben

Französische und italienische Literatur

  • Erzählende Literatur, Ritterromane
  • Französische Autoren des 18. Jahrhunderts
  • Nozze-Schriften (nach 1800 in Italien anlässlich von Hochzeiten entstandene Privatdrucke älterer Quellen)
  • 60 % der insgesamt nachweisbaren italienischen Drucke des 16. Jahrhunderts, darunter viele Boccaccio-Ausgaben

Volksdichtung aus Deutschland, Osteuropa und Asien

Hier handelt es sich überwiegend um deutschsprachige Sammlungen und Übersetzungen, die im 19. und 20. Jahrhundert erschienen.

Geistes- und Gesellschaftswissenschaften

  • Frühe Ausgaben von Klassikern wie Hobbes, Locke und Hume
  • Zahlreiche Beispiele für die französische und deutsche Buchillustration des 18.-19. Jahrhunderts

Die Bibliothek Ernst ist im Geschlossenen Magazin der Universitätsbibliothek aufgestellt (Signaturgruppe ER/ERN). Die Bücher der Signaturgruppe ER/ERN sind nicht ausleihbar, man muss sie vorbestellen.

Weitere Archivbestände zu Paul Ernst in der Bundesrepublik:

Literatur:

  • Paul-Ernst-Gesellschaft e.V.
  • Bilo, Albert: Die Bibliothek des Dichters Paul Ernst in der Universitätsbibliothek Bochum. Köln: Fachhochschule für Bibliotheks- und Dokumentationswesen, 1987. Assessorarbeit.
    Signatur in der UB Bochum: ERN 7155
  • Bilo, Albert: Bibliothek Ernst. IN: Handbuch der historischen Buchbestände in Deutschland. Hhsg. von Bernhard Fabian. Hildesheim [u.a.], Olms-Weidmann. Bd. 3, Nordrhein-Westfalen A-I (1992), S. 116-117.
    Signatur in der UB Bochum: 308-10-YM-001
    Digitalisierte Version
  • Ernst, Else: Paul Ernst und seine Bücherei (1937). IN: Der Wille zur Form, N.F. 2 (1978), S. 25-35
    Signatur in der UB Bochum: ZGB 3021
  • Ernst, Paul: Meine Bibliothek. IN: Zeitschrift für Bücherfreunde , N.F. 6,1 (1914), S. 1-11.
    Signatur in der UB Bochum: ZGC 54
  • Groll, Henning: Der Dichter Paul Ernst und seine Bücher. Aus der Geschichte der Bochumer Bibliothek Ernst. IN: Bibliothekszeitung der Ruhr-Universität Bochum, 3 (1980), S. 6-16.
    Signatur in der UB Bochum: ZGC 653
  • Groppe, Carola: Die Welt des Geldes. Paul Ernst und die Intellektuellen seiner Zeit: Georg Simmel, Rudolf Borchardt. IN: Paul Ernst: Außenseiter und Zeitgenosse. Hrsg. von Horst Thomé. Würzburg, Königshausen & Neumann, 2002. S. 133-158.
    Signatur in der UB Bochum: IWB 4167 und ZGB 3021-2002

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Jürgen von Kempski (1910-1998)

Jürgen von Kempski lehrte von 1973 bis 1988 am Institut für Philosophie der RUB. Zum Nachlass gehören die Bibliothek des Gelehrten sowie sein umfangreiches privates Archiv. Im Jahr 2003 konnte die Universitätsbibliothek seinen Nachlass erwerben.

Die Bibliothek von Kempski ist im Geschlossenen Magazin der Universitätsbibliothek aufgestellt (Signaturgruppe GKE). Die Bücher sind ausleihbar, man muss sie aber online über den RUBopac vorbestellen.

Das private Archiv von Kempskis wird im Universitätsarchiv aufbewahrt.

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Johann Baptist Schneyer (1908-1979)

Schneyer war Professor für Pastoraltheologie und Mediävist. Sein Hauptwerk ist die Sammlung "Repertorium der lateinischen Sermones des Mittelalters: für die Zeit von 1150-1350". Die Arbeiten daran waren beim Tode Schneyers noch nicht abgeschlossen.

Der Nachlass Schneyers und seine Bibliothek wurden 1979 erworben. Zum wissenschaftlichen Nachlass gehören neben dem Arbeitsmaterial für die Fortführung des Repertoriums der lateinischen Sermones ein umfangreicher Zettelkatalog (der Handapparat Schneyers) und eine Filmkartothek mit zahlreichen lateinischen Predigtsammlungen und vielen Kopien mittelalterlicher Predigthandschriften.

Die Bibliothek Schneyers enthält etwa 1500 Bände, davon ungefähr 20 % aus der Zeit vor 1800: 32 Inkunabeln (durchweg lateinische Texte), 78 Bände aus dem 16. Jahrhundert (davon 43 Frühdrucke bis 1530), 66 Bände aus dem 17. Jahrhundert, 120 Bände aus dem 18. Jahrhundert. Der Bestand hat folgende Schwerpunkte:

  • Repräsentative Quellensammlung zur Geschichte der kathollischen Predigt bis zum 19. Jahrhundert
  • Schriften der Kirchenväter und bedeutender Personen der mittelalterlichen Kirchengeschichte
  • Nachschlagewerke zur Theologie

Der Nachlass Schneyer ist überwiegend im Geschlossenen Magazin der Universitätsbibliothek aufgestellt (Signaturgruppe YSC). Die Bücher der Signaturgruppe YSC sind nicht ausleihbar, man muss sie vorbestellen.