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Rubens, 01. November 2008

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Was bedeutet Geist?

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Was bedeutet "Geist"?
Das Verzeichnis des Nachlasses von Jürgen von Kempski ist fertig

Zum Bestand des Uni-Archivs zählt auch der Nachlass des Philosophen Jürgen von Kempski Rakoszyn, der lange Jahre an der Fakultät für Philosophie, Pädagogik und Publizistik als Honorarprofessor lehrte. Zu seinen Forschungsgebieten zählte die formale Logik wie die Soziologie, die Wirtschaftstheorie wie die Strukturtheorie des Rechts - ein breites, heute kaum mehr anzutreffendes Spektrum, das sich im Archivbestand widerspiegelt.
So enthält der Nachlass zum Beispiel einen Briefwechsel mit von Kempskis Doktorvater Theodor W. Adorno, wie auch umfangreiche Vorarbeiten zu einem Werk über die Deutsche Verfassung. Rubens hatte seinerzeit darüber berichtet, dass die Forschungsbibliothek mit über 5 000 Bänden, darunter seltene wissenschaftliche Litertur sowie der Nachlass, der Uni-Bibliothek bzw. dem Uni-Archiv inkorporiert werden konnten. Rechtzeitig zum 10. Todestag von Jürgen von Kempski (1910 bis 1998) konnte vom Uni-Archiv das "Verzeichnis des Nachlasses" abgeschlossen und eine Liste der Autographen bzw. Typoskripte der zentralen Sammelstelle der Handschriftenabteilung der Staatsbibliothek zu Berlin gemeldet werden. In Verbindung damit stellte der Lehrstuhl für Philosophie mit besonderer Berücksichtigung von Wissenschaftstheorie und Wissenschaftsgeschichte eine "Bibliographie der sämtlichen Schriften von Jürgen von Kempski" fertig. Sie übertrifft die Ausgangsbibliographie, die noch von Jürgen von Kempski stammt und den Nukleus der Gesamtbibliographie darstellt, mit etwa 40 Seiten Gesamtumfang um das Zehnfache.

Detektivische Kleinarbeit

Bildunterschrift:
Jürgen von Kempski

Beide Arbeiten waren eng miteinander verschränkt. So konnten verschiedene Handschriften des Nachlasses erst auf Grund neuerer Funde zur Gesamtbibliographie zugeordnet werden. Umgekehrt führten einzelne Hinweise in den Nachlasspapieren in detektivischer Kleinarbeit auf eine Vielzahl von Veröffentlichungen von Kempskis: Wer würde schon vermuten, dass das bedeutungsschwere Wort "Geist" in der abgerissenen Ecke einer Korrekturfahne auf die Zeitschrift "Geistige Arbeit" verweist, in der fast 40 weitere Publikationen Jürgen von Kempskis aufgefunden werden konnten? Dass gelegentlich auch der Zufall eine wichtige Rolle spielte, geht aus der Auffindung der einzigen Besprechung von Jürgen von Kempski einer Veröffentlichung von Slupecki über eine Arbeit des genailen Polnischen Logikers Lesniewski im "Zentralblatt für Mathematik und ihre Anwendungen" hervor. Sie resultierte aus einer umfangreichen Recherche zu einer Bibliographie der Schriften von Carl Friedrich von Weizsäcker, die im kommenden Heft des "Journal for General Philosophy of Science" erscheint, das am oben genannten Lehrstuhl herausgegeben wird.
Die nun fertiggestellten Verzeichnisse zum Nachlass und den Publikationen Jürgen von Kempskis dienen der weiteren Forschung über diesen universalen Denker und damit über die deutsche Philosophie der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Gert König / Helmut Pulte